Apothekerkammer des Saarlandes
Körperschaft des öffentlichen Rechts



EuGH bestätigt Rechtsauffassung der Apothekerkammer des Saarlandes
Fremdbesitzverbot europarechtskonform
(Saarbrücken 19.05.2009)- Der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom heutigen Tage das in Deutschland und in zahlreichen anderen europäischen Mitgliedsstaaten der EU bestehende Fremdbesitzverbot, wonach nur ein Apotheker eine Apotheke besitzen darf, bestätigt. Die Beschränkung in der Niederlassungsfreiheit sei, so der EUGH, durch das Ziel des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt.
Dazu Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes: „Der EUGH hat mit seinem Urteil klar und eindeutig die außergewöhnliche heil- und freiberufliche Verantwortung des Apothekers in den Vordergrund gestellt. Damit wurde insbesondere auch der Verbraucherschutz in der Europäischen Union gestärkt. Freiberuflichkeit und Gesundheitsschutz auf der einen und share-holder-value auf der anderen Seite passen nicht zusammen. Mit dem Urteil ist auch zukünftig eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und insbesondere fachlich unabhängige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln gesichert.“
Hintergrund :
Mit Datum vom 29.06.2006 hatte das saarländische Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales einer niederländischen Kapitalgesellschaft die Betriebserlaubnis zur Führung einer Apotheke in Saarbrücken erteilt. Dagegen hatte unter anderem die Apothekerkammer des Saarlandes mit Hinweis darauf, dass mit dieser Betriebserlaubniserteilung vorsätzlich gegen deutsches Recht verstoßen wurde, geklagt.
Dazu Manfred Saar: „Aus nicht nachvollziehbaren Gründen hat das saarländische Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales unter klarer Umgehung deutscher Gesetze eine Betriebserlaubnis einer Kapitalgesellschaft erteilt. Hier wurde nicht nur eklatant gegen den Verfassungsgrundsatz der Bundestreue und das Erfordernis verstoßen, sich in den grundlegenden Fragen des apothekenrechtlichen Fremdbesitzverbotes mit den anderen Bundesländern abzustimmen, sondern auch die gerade im Saarland knappen Gelder der Steuerzahler für überflüssige Rechtsgutachten und gerichtliche Prozesse verschwendet. Besonders bedenklich muss aber auch stimmen, dass im Vorfeld zur Betriebserlaubniserteilung eine innerministerielle Arbeitsgemeinschaft gebildet wurde unter Beteiligung der Kapitalgesellschaft, der sodann die Betriebserlaubnis erteilt wurde; auch dies zeugt davon, dass eine Entscheidung sich nicht am geltenden Recht orientiert hat, sondern an den Partikularinteressen einer Kapitalgesellschaft“.
gez.
Manfred Saar
(Präsident)

(Saarbrücken, 08. Dezember 2009) – Der Handel mit gefälschten oder illegal eingeführten Medikamenten nimmt einen immer größeren Umfang an. Die deutschen Zollfahnder stellten im laufenden Jahr bereits 5 Mio. gefälschte Tabletten sicher, 2006 waren es noch 1,6 Mio. Zu den gängigsten gefälschten Medikamenten gehören Antibiotika, Krebs- und Malariamittel, Schmerztabletten, cholesterinsenkende Medikamente oder das Potenzmittel Viagra®.
Die Apothekerkammer des Saarlandes schließt sich der Forderung des zuständigen EU-Industriekommissars Günter Verheugen an, Medikamentenfälschungen als Kapitalverbrechen einzustufen, das mit aller Härte bestraft werden müsse.
Dazu Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes: „Der Anteil gefälschter Medikamente im Internet beträgt mehr als 50 %! Der Internethandel mit Arzneimitteln ist das Einfallstor für gefälschte Arzneimittel in Deutschland. Dem kann nur durch ein Verbot des Internet- und damit Versandhandels mit Medikamenten ein Riegel vorgeschoben werden. Die nunmehr vorliegenden Zahlen verdeutlichen, dass hier politischer Handlungsbedarf besteht. Bereits seit Jahren hat die Apothekerkammer des Saarlandes immer wieder auf diese Problematik hingewiesen! Gefälschte Arzneimittel enthalten oft keinerlei Wirkstoffe oder aber in der falschen Dosierung. Außerdem sind die Medikamente oft mit gesundheitsschädigenden Hilfsstoffen wie Schwermetallen verunreinigt. Viele untergemischte Wirkstoffe haben unkalkulierbare, zum Teil lebensbedrohliche Risiken. Selbst Experten haben mittlerweile Schwierigkeiten, gefälschte Arzneimittel zu erkennen. Am besten können sich Verbraucher dadurch schützen, wenn sie ihre Arzneimittel nur bei einer niedergelassenen deutschen Apotheke beziehen, denn Fälschern ist es so gut wie nie gelungen, gefälschte Medikamente in die reguläre Vertriebskette von Arzneimitteln einzuschleusen.“
Hintergrund: Die Professionalisierung im Bereich der Arzneimittelfälschungen hängt mit der Lukrativität des Marktes zusammen. Arzneimittel zu fälschen ist für Kriminelle lukrativer als der Drogenhandel. So kostet auf dem Schwarzmarkt ein Kilogramm an Plagiaten des Lifestyle- Arzneimittels Viagra® durchschnittlich 90.000 Euro. Ein Kilogramm Kokain kostet geschätzte 65.000 Euro, Heroin 50.000 Euro, Marihuana 8.000 Euro und Ecstasy 1.300 Euro.
gez.
Manfred Saar
(Präsident)
Schlankheitsmittel sind keine Wunderwaffen gegen Übergewicht
(Saarbrücken, 06. Januar 2010) – Wer Gewicht verlieren will, sollte sich mehr bewegen und seine Ernährung umstellen. Schlankheitsmittel können diese langfristige Verhaltensänderung nicht ersetzen, sondern bestenfalls unterstützen. Immer neue Nahrungsergänzungsmittel werden als Wunderwaffen gegen Übergewicht beworben. „Wer hofft, seine überzähligen Pfunde allein durch Tabletten dauerhaft ohne Nebenwirkungen verlieren zu können, irrt leider“, so Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes. „Das Versprechen, schnell und ohne Diät nach Belieben abzunehmen, ist schlicht Quacksalberei. Wer sich unabhängig informieren will oder Hilfe beim Abnehmen braucht, kann mit seinem Apotheker sprechen.“ Im Saarland haben sich ca. 80 Apotheken auf Ernährungsberatung spezialisiert. Wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht, sollten Verbraucher in erster Linie zu zugelassenen Medikamenten greifen statt zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Schlankheitsmittel von dubiosen Internethändlern enthalten oft riskante Inhaltsstoffe, ohne dass dies für den Verbraucher erkennbar ist. Bei einem Testkauf der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2007 waren 13 von 16 bestellten Schlankheitsmitteln gesundheitsgefährdend. Manfred Saar: „Verbraucher sollten heute bei Bestellungen bei dubiosen Internethändlern sehr kritisch sein, denn der Handel mit gefälschten Präparaten hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen.“ In einer Online-Umfrage gab mehr als jeder Zweite an, schon einmal Schlankheitsmittel ausprobiert zu haben.
In Apotheken gibt es verschiedene Medikamente, die einen Gewichtsverlust nach einer Ernährungsumstellung unterstützen können. Je nach Wirkstoff und Dosierung sind sie rezeptfrei oder verschreibungspflichtig. Als Nebenwirkungen sind je nach Wirkstoff unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit, erhöhter Blutdruck oder Kopfschmerzen möglich. Abführmittel oder Diuretika sind grundsätzlich nicht als Diäthilfen geeignet. Füll- und Quellstoffe, wie zum Beispiel Weizenkleie, sind unbedenklich.
gez.
Manfred Saar
(Präsident)
(Saarbrücken, 11.01.2010) - Im Saarland können die Verbraucher ab sofort bei ihrer Suche nach einer Nacht- und Notdienst-Apotheke die neue kostenlose Apotheken-Notdienst-Hotline unter
0800 228 228 0
nutzen. Dieser nunmehr kostenlose Service wird von der Apothekerkammer des Saarlandes unterstützt und macht es möglich, immer und überall die nächste dienstbereite Notdienst-Apotheke kostenlos zu finden. Über die 0800 228 228 0 ist der Dienst jederzeit erreichbar – und das völlig kostenlos aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen.
Auf Wunsch werden die Verbraucher mit der Apotheke verbunden. So können direkt wichtige Fragen geklärt werden: Welches Präparat benötige ich? Muss es bestellt werden oder ist es vorrätig? Wann ist es abholbereit? Gibt es Besonderheiten zu beachten?
„Verbraucher im Saarland profitieren wie bereits in der Vergangenheit von der Servicebereitschaft der Apotheken auch an Sonn- und Feiertagen sowie im Notdienst“, sagt Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes. „Zusammen mit der Stiftung Deutsches Gesundheits-Telefon und deren Stiftern ist es uns nunmehr möglich, die Apotheken-Notdienst-Hotline der Apothekerkammer des Saarlandes kostenlos rund um die Uhr aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen zu erreichen“, so Saar.
Hintergrund: Ende 2006 hat die Apothekerkammer des Saarlandes als erste Kammer bundesweit eine Apotheken-Notdienst-Hotline unter der Rufnummer 01805/ 93 88 88 eingerichtet, die kostenpflichtig war (zuletzt 0,14 €/min.). Durch Verhandlungen hat die Apothekerkammer des Saarlandes nunmehr erreicht, dass der bisherige und auch zukünftige Vertragspartner, @apotheken.de/DAN Netzwerk Deutscher Apotheker GMBH den Service nunmehr unter der 0800 228 228 0 bei Anruf aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen kostenlos anbieten kann.
Manfred Saar
(Präsident)
(Saarbrücken, 18.03.2010) - Im Jahr 2009 stellten die 341 saarländischen Apotheken rund 220.000 Rezepturen für Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen her. Dies wertete das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) im Auftrag der Apothekerkammer des Saarlandes aus. Rezepturen für Privatversicherte und für die Selbstmedikation wurden nicht erfasst. „Die Apotheker arbeiten bei den Rezepturen Hand in Hand mit den Ärzten und ermöglichen so eine maßgeschneiderte Therapie. Die Zahl der Rezepturen – und damit der hohe personelle Einsatz der Apotheker – bleibt seit Jahren auf einem unverändert hohen Niveau“, so Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlands. Um eine hohe Qualität der Rezepturen zu gewährleisten, haben die Apotheker Rezeptur-Leitlinien und Standardrezepturen erarbeitet. Zudem bietet die Apothekerkammer des Saarlandes Ringversuche zu Rezepturen und gemeinsame Arbeitskreise von Hautärzten und Apothekern an.
Individuell in der Apotheke angefertigte Rezepturen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Arzneimitteltherapie. Im Saarland wurden im Jahr 2009 etwa 190.000 allgemeine Rezepturen wie Salben oder Kapseln hergestellt. Hinzu kommen 30.000 sogenannter Spezialrezepturen, wie Zytostatika oder Ernährungslösungen, die unter hohem technischem und organisatorischem Aufwand von spezialisierten Apotheken hergestellt wurden. Sechs von zehn allgemeinen Rezepturen wurde von Hautärzten verordnet. Es folgten die Ärzte für Allgemeinmedizin, sie verordneten etwa 18 Prozent aller Rezepturen. Kinderärzte stehen mit 9 Prozent aller Rezeptur-Verordnungen auf Platz drei. Für Kinder sind Rezepturen besonders wichtig, da nicht von allen Wirkstoffen industrielle Arzneimittel in kindgerechten Dosierungen verfügbar sind. Etwa jedes dritte Kind wurde schon einmal mit einem maßgeschneiderten Arzneimittel versorgt.
Manfred Saar
(Präsident)
– Für jeden vierten Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) im Saarland – das sind etwa 270.000 Bürger – waren im Lauf des Jahres 2009 fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe zur Behandlung notwendig. Das wertete das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) im Auftrag der Bundesapothekerkammer (BAK) aus. Für 9 Prozent der Versicherten – und damit rund 100.000 Saarländer – verordneten Ärzte sogar elf oder mehr verschiedene Wirkstoffe. Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Wirkstoffe steigt auch das Risiko für Wechselwirkungen. „Besonders wenn verschiedene Ärzte Medikamente verordnen, kann nur der Apotheker Wechselwirkungen erkennen und mögliche Probleme gemeinsam mit dem verordnenden Arzt lösen“, so Manfred Saar, Präsident der Landesapothekerkammer Saarland. Der Apotheker kann nur dann die relevanten Wechselwirkungen erkennen, wenn er einen Überblick über alle eingenommenen Medikamente hat – auch die der Selbstmedikation oder zusätzlich privat verordnete Medikamente, wie zum Beispiel die Antibabypille. Saar: „Mein Rat an Patienten: Berichten Sie Ihrem Apotheker von allen Präparaten, die sie einnehmen. Nur wenn Patienten, Ärzte und Apotheker eng zusammenarbeiten, ist die Arzneimitteltherapie sicher.“
Das DAPI wertete Rezeptdaten für das Jahr 2009 für alle GKV-Versicherten aus. Bundesweit lösten mehr als 80 Prozent der Versicherten mindestens ein Rezept in einer Apotheke ein. Im Saarland brauchten 41 Prozent der Versicherten einen, 18 Prozent zwei rezeptpflichtige Wirkstoffe. Drei Wirkstoffe verordneten Ärzte für 10 Prozent, vier für 6 Prozent ihrer Patienten. Bei dieser Auswertung konnten Wirkstoffe aus der Selbstmedikation und von Privatrezepten nicht erfasst werden. Angaben zum Alter der Patienten sind nicht möglich.
Manfred Saar
(Präsident)