Presseinformation – Saarbrücken, 14. Januar 2026

Das Apothekensterben in Deutschland und im Saarland hält an. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit nur noch 16.601 Apotheken. Das sind 440 Apotheken oder 2,6 Prozent weniger als Ende 2024 (17.041). Den 502 Apothekenschließungen standen lediglich 62 Neueröffnungen im Laufe des Jahres 2025 gegenüber. Mittlerweile ist der niedrigste Stand an Apotheken seit fast 50 Jahren erreicht – im Jahr 1977 gab es in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken. Im Saarland sank die Zahl der Apotheken in 2025 um 6 Apotheken auf jetzt noch 249 Apotheken.

Grund für die anhaltende Schließungswelle bei Apotheken: Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das heute fixe Packungshonorar vor 22 Jahren gab es genau eine einzige Erhöhung: 2013 wurde die Vergütung minimal um 3,1 Prozent erhöht. Dieser jahrzehntelange Stillstand hat zur Folge, dass seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen musste (minus 19,7 Prozent). 2013 gab es 20.662 Apotheken in Deutschland – das waren 4.061 Apotheken mehr als heute. Im Saarland ist die Zahl der Apotheken in dieser Zeit von 324 auf jetzt 249 zurück gegangen.

„Die Zahl der Apotheken sinkt immer weiter. Das heißt, dass immer mehr Menschen immer weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssen“, sagt der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes Manfred Saar: „Gerade bei außerordentlichen Wetterlagen wie in diesen Tagen kann das für ältere oder immobile Patientinnen und Patienten sehr beschwerlich sein. Die Botendienste der Apotheken sind in solchen Situationen eine zentrale Säule in der Versorgung dieser Menschen. Sie können aber das Dienstleistungssortiment eines persönlichen Apothekenbesuchs nur teilweise ersetzen. Selbst wenn sich das Apothekensterben im vergangenen Jahr leicht abgeschwächt hat, sind auch 2025 wieder rund 500 Betriebe unwiederbringlich aus der Versorgung verschwunden. Das ist eine gefährliche Entwicklung, denn die Resilienz unserer Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung wird mit jeder Apothekenschließung weiter geschwächt. Die Versorgung durch ausreichend viele Apotheken gehört zur Daseinsvorsorge der Menschen in unserem Land.“

Saar weiter: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit der letzten Erhöhung des Festhonorars im Jahr 2013 sind die Kosten in den Apotheken um 65 Prozent gestiegen. Dass genau in diesem Zeitraum das Apothekensterben immer dramatischere Dimensionen erreicht, ist daher nicht verwunderlich. Für immer mehr Apotheken ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb nicht mehr darstellbar.“

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Mai 2025 ist eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro festgeschrieben. Der Saar dazu: „Vor dem Hintergrund weiter anhaltender Apothekenschließungen ist es vollkommen unverständlich, dass die Bundesregierung die Erhöhung des Fixhonorars im laufenden Vorhaben der Apothekenreform gänzlich ausklammert. Von schönen Worten, wie wichtig Apotheken doch seien, kann man keine Mitarbeiter bezahlen. Das Versagen einer dringend benötigten Honoraranpassung lässt nur einen Schluss zu: Apotheken in der jetzigen Form sind politisch nicht mehr erwünscht! “

gez.

Manfred Saar
(Präsident)

Apothekerkammer des Saarlandes
Zähringerstraße 5
66119 Saarbrücken
Tel.: 0681/58406-0
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