Presseinformation – Saarbrücken, 31. März 2026

 

Zur gestrigen Veröffentlichung der „Empfehlungen zur Stabilisierung des GKV-Beitragssatzes“ der Finanzkommission Gesundheit äußert sich Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, wie folgt: „Es ist richtig und wichtig, dass die Bundesregierung in den kommenden Monaten Prozesse anstoßen will, mit denen die Finanzierung der Krankenkassen gesichert werden soll. Die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit für diesen Reformprozess nehmen wir zur Kenntnis, warnen aber gleichzeitig vor negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.“

Konkret mahnt der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes Empfehlungen an, nach denen die Apotheken weitere Einsparungen für die GKV realisieren sollen. „Wir haben in den vergangenen 13 Jahren bundesweit bereits ein Fünftel aller Apotheken verloren, im Saarland sogar noch mehr – das liegt daran, dass unser Honorar seit 2013 nicht mehr erhöht wurde. In den 10 Jahren davor waren es nur 3%. Richtigerweise hat sich die schwarz-rote Koalition deswegen im Koalitionsvertrag dazu bekannt, das Apothekenhonorar als Sofortmaßnahme auf 9,50 Euro zu erhöhen. Die jetzt vorgesehene Streckung dieser Sofortmaßnahme über 5 Jahre bis 2031 helfen dagegen nicht. Ganz im Gegenteil: Erneut würden die Apotheken dann von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung abgekoppelt. Die Folge wäre, dass das Apothekensterben ungebremst weiterginge und immer mehr Bürgerinnen und Bürger die wohnortnahe Versorgung durch ihre Apotheke verlieren würden.“

Saar warnt auch vor weiteren Empfehlungen der Kommission, die die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) betreffen: „Die Menschen in Deutschland brauchen die pharmazeutischen Dienstleistungen. pDL werden immer besser angenommen und haben jetzt schon eine extrem wichtige Bedeutung bei der Früherkennung von Krankheiten sowie bei der Prävention. Nimmt man den Apotheken das für diese Leistungen ausgezahlte Honorar wieder weg, sendet man ein fatales Signal an die Apothekenteams: Immer weniger Apotheken werden die Dienstleistungen, die übrigens auch den Krankenkassen Behandlungskosten einsparen, dann noch erbringen.“

Saar appelliert an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU): „Die Ministerin hat bei der gestrigen Vorstellung der Kommissionsempfehlungen selbst gesagt, dass sie das hohe Versorgungsniveau in Deutschland nicht gefährden werde. Sie hat auch mehrfach öffentlich und auch in der heutigen Pressekonferenz zu Protokoll gegeben, dass sie die Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheken vor Ort stärken – und nicht schwächen – werde. Uns liegen keine Erkenntnisse vor, dass die Ministerin hiervon abweichen wird. Denn auch Nina Warken weiß: Eine funktionierende, starke, heilberufliche Vor-Ort-Versorgung gibt es nur mit wirtschaftlich stabilisierten Apotheken – die Honorarerhöhung muss also unverändert schnellstmöglich kommen!“

gez.

Manfred Saar
(Präsident)

Apothekerkammer des Saarlandes
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